neue Jungbläser-Gruppe und "junge Bläserinnen und Bläser"

Am 18. Januar 2016 hat sich zum ersten Mal unsere neue Jungbläsergruppe getroffen:
Sechs Jungen wollen Trompete, Euphonium und Posaune lernen, um später einmal im Posaunenchor mitzuspielen.

Die bisherigen Jungbläser kommen nun als „Junge Bläserinnen und Bläser“ in diewöchentliche Posaunenchorprobe und sind bei allen Auftritten mit dabei.

Euch allen ein herzliches Willkommen und (weiterhin) viel Spaß und stets guten Ansatz!

Posaunenchor

Posaunenchor-Probe
Dienstag 19.30 Uhr, in der Laurentiuskirche,

Leitung: Stefan Lipka

 

Jungbläsergruppe

montags 16.20 bis 17.20  im Untergeschoss der Laurentiuskirche

Nähere Informationen bei Stefan Lipka

 

 

100 Jahre Posaunenchor-Rohr

 

Rohr im Jahr 1912:
Eine kleine selbständige Gemeinde auf den Fildern, zum allergrößten Teil evangelisch, 1200 Einwohner, Gäubahnanschluss, einige Vereine.

Am Pfingstsonntag, 26. Mai, wird in den Kirchenbüchern zum ersten Mal der Posaunenchor erwähnt: Um Pfarrer Helbling hatte sich eine kleine Gruppe aus dem Jünglingsverein“ gebildet, die Freude am Blasen fand. Eine Haussammlung zur Anschaffung von Instrumenten fand breite Unterstützung bei der Bevölkerung. Doch bereits nach zwei Jahren brachte der Erste Weltkrieg das Chorleben zum Erliegen. 1920 wurde schließlich eine Musikabteilung im Turn- und Sportverein gegründet; aus ihr ging der spätere Musikverein Rohr hervor. Die Instrumente des kleinen Posaunenchors wurden dem Verein unentgeltlich überlassen gegen die Verpflichtung, fünf Jahre auf Wunsch bei besonderen Anlässen in der Rohrer Kirche mitzuwirken. 1935 fand sich in der Kirchengemeinde wieder eine kleine Gruppe zu einem Posaunenchor zusammen: vom Quartett zum Septett angewachsen, löste sich der Chor 1940 auf, als einige Bläser zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Den Verbliebenen bot der Vaihinger Posaunenchor zunächst eine neue Heimat, doch auch dort waren es zeitweise nur noch drei Bläser, darunter Hans Haußmann aus Rohr, der wegen einer Beinprothese vom Kriegsdienst freigestellt war. Auftritte in der Öffentlichkeit, wie z.B. vom Dach der Österfeldschule und vom Turm der Stadtkirche, wurden allmählich verboten; das Mitwirken bei Gefallenen Gedenkfeiern war emotional hoch belastet, gedachte man doch häufig Freunden und Bekannten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entschlossen sich die Rohrer Hans Haußmann, Emil Hornung, Erwin Schwinghammer und Pfarrer Böckheler am Erscheinungsfest 1953, den Rohrer Posaunenchor wiederzubegründen. Aus einem Artikel zum 10jährigen Bestehen: Die sieben mutigen Neugründer haben vermutlich nicht geahnt, welche Schwierigkeiten auf sie warten würden. Die Posaune ist ein lautes und durchdringendes Instrument, und so konnten die Bemühungen, die hohe Kunst des Blasens zu erlernen, den Rohrern nicht verborgen bleiben.“ Am Anfang blickte die Gemeinde ein wenig skeptisch auf die kleine Schar. Der Chronist weiß aus jener Zeit zu berichten Der Chor hat noch sehr unter Unreinheit und Lampenfieber zu leiden - aber wir machen weiter.“
1954 waren bereits 10 Bläser unter 20 Jahren dabei, man spielte 35mal - Gottesdienst, Morgenchoral,  Ständle, Gemeindeveranstaltungen - und nahm am Landesposaunentag in Ulm unter Leitung des legendären Hermann Mühleisen teil.
1956, der Chor ist auf 17 Bläser angewachsen, übernimmt Hans Haußmann von Emil Hornung die Chorleitung und gibt sie krankheitsbedingt 1957 an Manfred Heselschwerdt weiter. Spenden und Gaben für Ständle (Rekord vom 17.3.1957: 7 Geburtstagsständle) tragen zur Finanzierung der notwendigen Instrumentenkäufe bei.
Die Chormitglieder nehmen an Fortbildungsveranstaltungen und Bläserfreizeiten, z.B. in Schmie und Finstergrün/Österreich, teil; ein weites Netz aus Bekanntschaften entsteht, zu denen auch Pfarrer Helmut Mayer aus Oberndorf/Neckar gehört. So übernimmt der Chor schließlich auch 1959 eine Patenschaft für den neugegründeten Oberndorfer Posaunenchor.
Das Wirken über Rohr hinaus“ erstreckt sich auch nach Dürrlewang: Auch von dort kommen Bläser zum Posaunenchor, und der Chor spielt ab 1958 regelmäßig dort zum Frühgottesdienst im Freien unter einem Apfelbaum, vor dem Bau der späteren Stephanuskirche teilweise mehrmals pro Monat. Bläser aus dem Chor wirken mit z.B. bei der Stunde der Kirchenmusik in der Stiftskirche. 1969 ist man zum ersten Mal auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt zu hören. 1972 entsteht die erste Schallplatte als Baustein zur neuen Rohrer Kirche. Aufnahmen mit dem früheren SDR folgen.
Ein fester Termin zum Jahreswechsel ist der Jahreschorabend.
Regelmäßige Verbindung hat man mit dem Liederkranz Steinenbronn durch unser langjähriges Chormitglied Friedhelm Hagen.
Auch zur katholischen Nachbargemeinde Heilige Familie hält man Kontakt und bläst dort z.B. im Juli 1973 bei einer Heiligen Messe.
Enge Verbindung hat der Chor zu Rundfunkpfarrer Johannes Kuhn: Auftritte auf der CMT, beim Stuttgarter Weihnachtsmarkt und im Gottesdienst beim Erntedankwochenmarkt vor der Stiftskirche sind Früchte dieser Zusammenarbeit. Johannes Kuhn moderiert auch viele unserer Konzerte, dies hat Gerhard Fürst dann weitergeführt.
25 Jahre ist der Posaunenchor in der Osterwoche unterwegs: die selbst organisierte Bläserfreizeit auf dem Höchsten bei Ravensburg mit Konzert in der Birnau zählt zu den Höhepunkten im Jahr.
Wenn man noch Konzertreisen einiger Rohrer mit dem Schwäbischen Posaunendienst (Indien, Schweden, Spanien, Afrika), Fahrten zur Partnergemeinde Melun, zu den Landesposaunentagen nach Ulm u.a.m. erwähnt, hat man den Eindruck eines Chores, in dem manche Mitglieder viel unterwegs sind.
Noch mehr aber ist der Chor natürlich in Rohr im Einsatz: 94 Einsätze 1958 sind der Höchststand, meist sind es 40-50, heute ca. 30. Der Schwerpunkt liegt um Ostern (mit den Konfirmationen), vor und nach den Sommerferien mit den Gemeindefesten und in der Advents- und Weihnachtszeit.
Neben der geistlichen Musik, den Chorälen und Choralbearbeitungen gehört seit langem auch unterhaltende weltliche Musik zum Rohrer Posaunenchor. Friedrich Hornung hat für uns schon komponiert und gesetzt, als solche Musik im Posaunenchor noch äußerst unüblich war.
2007 hat Manfred Heselschwerdt nach 50 Jahren das Chorleiteramt an Stefan Lipka weitergegeben, der bereits als Organist und Kantor in der Laurentiuskirche tätig war.
100 Jahre Posaunenchor (wenn auch mit Unterbrechungen) - unser Dank gilt der ganzen Kirchengemeinde für alle Unterstützung, dem Pfarramt, der Kirchenpflege, dem Kirchengemeinderat, den Mesnerinnen und Hausmeistern; den Jungbläserleiterinnen und -Leitern (über lange Jahre Emil Hornung und Dieter Püngel, dann Annette Kiefer (verh. Sellmer), zuletzt Markus Püngel, Katharina Püngel, Christoph Püngel, Deborah Püngel und Lena Rieker).
Der Dank gilt der Bläserfamilie, den Frauen, Männern (seit 1969 haben wir auch Bläserinnen) und Kindern, den Eltern und Geschwistern, die uns den Rücken frei halten, den Spendern, unseren Freundinnen, Freunden und Fans. Er gilt allen im Posaunenchor, die durch ihren Einsatz und ihre Probenanwesenheit den Chor mittragen und Verantwortung in verschiedenen Aufgabenbereichen übernehmen.
Unser Dank gilt Gott, zu dessen Lob wir musizieren, der uns unzählig viel zu gut bis hierher hat getan. Er wolle uns ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort.
Stefan Lipka und Gerhard Fürst